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Katharina Einert

Promotionsstipendiatin im Forschungsprojekt "Lateinamerika im Suhrkamp-Archiv" (Leitung: Prof. Dr. Gesine Müller)


Kurzbiographie

Seit 09/2012 kooptiertes Mitglied des Suhrkamp-Forschungskollegs (http://suhrkamp-forschungskolleg.de/)

Seit 2011 Promotion unter der Betreuung von Prof. Dr. Gesine Müller (Universität zu Köln).

Seit August 2011 Mitarbeit bei bei HiE – Alexander von Humboldt in English, seit 01/2009 Mitarbeit bei avhumboldt.de (http://www.avhumboldt.de/)

03/2011 Magisterabschluss mit einer Arbeit über Erzählen und Begehren bei Juan Carlos Onetti

Seit Juli 2008 studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für französische und spanischsprachige Literatur (Prof. Dr. Ottmar Ette), Institut für Romanistik, Universität Potsdam

01/2007 – 07/2007 Praktikum im DAAD-Informationszentrum Barcelona

2006/2007 Studium an der Fakultät für Übersetzen und Dolmetschen der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona

Ab 10/2003 Studium an der Uni Potsdam (Hispanistik, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Italianistik)

2001/2002 Auslandsaufenthalt in Valencia/Spanien

Geboren am 18.10.1981 in Berlin

Dissertationsprojekt: „Die Übersetzung eines Kontinents. Die lateinamerikanischen Literaturen und die deutschen Verlage der BRD in den 1960er und 1970er Jahren.“


‚Ein Verlag denkt und der Übersetzer lenkt‘, schreibt Ende der 70er Jahre eine Suhrkamp-Lektorin – beiläufig und sicher nicht frei von Ironie und impliziter Kritik – in einem Brief an einen Journalisten als Antwort auf eine Kritik an Suhrkamps Lateinamerika-Programm. Dieses Programm ist als der Prozess und das Ergebnis der transatlantischen Über-Setzung eines Kontinents zu begreifen, der sich dieses Dissertationsprojekt aus verschiedenen Richtungen nähern möchte. Als Corpus dient hierfür der Lateinamerika-Bestand des Siegfried Unseld Archivs. Dabei soll auch problematisiert werden, inwiefern Literatur aus den verschiedenen Ländern Lateinamerikas wenig differenziert und unabhängig von ihrem spezifisch sozio-kulturellen und politischen Entstehungskontext in die BRD der 70er Jahre übersetzt wird. Und inwieweit fungierte zum Beispiel Latein- bzw. Hispanoamerika in den 60er und 70er Jahren für die deutsche Linke als große Hoffnung oder gesellschaftspolitisches Labor?

Zum einen möchte ich die besondere Rolle der literarischen Übersetzer für die Herausgabe fremdsprachlicher Literatur beleuchten. Besonders nicht nur als ‚Überträger‘ aus der einen in die andere Sprache, sondern auch in ihrer Position innerhalb des Literatur- und Wissenschaftsbetriebes, der sie zwar nicht an einen bestimmten Verlag bindet, trotzdem aber von den Verlagen abhängig macht (und umgekehrt), aber auch als besondere Experten ausweist, die vertraut sind mit (mindestens) zwei Sprachen und Kulturen, in der Regel ohne in die akademische Welt integriert zu sein. Zum anderen werde ich ausgewählte Fälle konkreter Übersetzungen untersuchen. Hierfür eignen sich zum Beispiel das jahrelange Ringen um die Übersetzung Cortázars Rayuela oder die Schwierigkeit, ‚barocke‘ Autoren wie Alejo Carpentier oder José Lezama Lima angemessen zu übersetzen.

Ziel dieses Projektes ist also, die Bedeutung von Übersetzungen und Verlagen für die Entwicklung intellektueller und literarischer Netzwerke zwischen Deutschland und Lateinamerika in den 1960er und 1970er zu enthüllen und zu analysieren, wie sich gewisse Formen kultureller Übersetzung entwickeln und welche Folgen diese für die Interpretation anderer Kulturen und Gesellschaften – in diesem Fall ‚Lateinamerika‘– haben.

Vorträge / Workshops

„Die Übersetzung Cortázars Rayuela und Lezama Limas Paradiso in Deutschland: Zwischen Himmel, Hölle und Paradies“, Zwischen Über- und Wi(e)der-Setzen. Literatur- und sprachwissenschaftliche Perspektiven auf Übersetzungs und Aneignungsprozesse in Lateinamerika. Tagung am Romanischen Seminar der Universität zu Köln, 05.07.2013.

„Rayuela und Paradiso, Cortázar und Lezama Lima : zwei Romane, zwei Autoren und der Suhrkamp Verlag“, Vortrag im Romanistischen Kolloquium Literaturwissenschaft – Forum für neue Forschungen (Prof. Dr. Ottmar Ette, Institut für Romanistik) der Universität Potsdam, 14.05.2013.

„¿Cómo elegir obras literarias hispanoamericanas? La calidad literaria como criterio de selección en la República Federal de Alemania en los años sesenta y setenta. Mercado editorial, problemas de comprensión y malentendidos políticos.“, Vortrag in der Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaften der Universidad de Chile, Santiago de Chile, 09.04.2013.

„Das Über-Setzen Lateinamerikas und seiner Literaturen in der BRD der 1960er und 1970er Jahre – Entpolitisierung und Entkontextualisierung“, Kontakt, Transfer, Zirkulation. Denkfiguren kultureller Beziehungenzwischen Europa und Lateinamerika. Interdisziplinäres Doktorandenkolloquium der Universitäten Rostock und Potsdam, Rostock, 08./09.11.2012.

„Die Übersetzung eines Kontinents: der Lateinamerika-Bestand des Suhrkamp-Nachlasses“, Vortrag im Romanistischen Kolloquium Literaturwissenschaft – Forum für neue Forschungen (Prof. Dr. Ottmar Ette, Institut für Romanistik) der Universität Potsdam, 24.01.2012.

„Alexander von Humboldt: Das ganze Werk in einem Netz“, Vortrag zusammen mit Tobias Kraft und Thilo Schmidt zur ‚10. Langen Nacht der Wissenschaften‘ in Berlin und Potsdam, 05.06.2010.

Publikationen

„Tagungsbericht zur Konferenz ‚Verlag Macht Weltliteratur: Lateinamerikanisch-deutsche Kulturtransfers zwischen internationalem Literaturbetrieb und Übersetzungspolitik‘ (04.-07. März 2013 Deutsches Literaturarchiv Marbach)“ in: Romanistische Zeitschrift für Literaturgeschichte, Hg. Henning Krauss, Heidelberg (in Vorbereitung).

„‚Alles, was Grenzen überwindet liegt mir nah. Alles, was Grenzen schafft liegt mir fern.‘ – Gespräch mit Michi Strausfeld“ in: Kulturvermittler zwischen Spanien und Deutschland, Sammelband des Forschungszentrum Spanien der Universität Regensburg (in Vorbereitung).

„Chronik einer angekündigten Entdeckung: Die Frankfurter Buchmesse 1976. – Ein Rückblick mit Archivalien aus dem Lateinamerikabestand des Siegfried Unseld Archivs“ in: Bosshard, Marco Thomas (Hg.): Buchmarkt, Buchindustrie und Buchmessen zwischen Deutschland, Spanien und Lateinamerika. Berlin: Lit-Verlag (in Vorbereitung).

zusammen mit Tobias Kraft: „Das ganze Werk in einem Netz? Bibliographie online verfügbarer Humboldt-Digitalisate.“ In: HiN - Alexander von Humboldt im Netz. Internationale Zeitschrift für Humboldt-Studien. (Potsdam-Berlin) X, 19 (2009), pp. 129-155. Online verfügbar unter http://www.uni-potsdam.de/u/romanistik/humboldt/hin/hin19/krafteinert.htm

„El asco – Thomas Bernhard en San Salvador“ und (zusammen mit Julian Drews, Felipe Gajardo et.al.) „ÜberLebenswissen bei Horacio Castellanos Moya“, Beiträge zur monographischen Internetseite 'Horacio Castellanos Moya' (www.uni-potsdam.de/castellanos-moya/index.html) (Hg. Albrecht Buschmann), 2007. URL: http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2007/1523/

Übersetzungen

Vicente Bernaschina: „‘Toda comparación es odiosa‘ oder die Weltengeschichten der Menschheit. Der Inca Garcilaso und die französischen Übertragungen der Comentarios reales.“ In: Bernaschina, Vicente; Kraft, Tobias; Kraume, Anne (Hg.): Herrschaft – Legitimation – Wissen. Preußen und die Debatten um die neue Welt. [erscheint voraussichtlich 2014]

Jorge Volpi: „Kraken, Fischfänger und Mutanten. Spanischsprachige Literatur und Buchmarkt in den Zeiten der Globalisierung“ in: Müller, Gesine: Verlag Macht Weltliteratur. Lateinamerikanisch-deutsche Kulturtransfers zwischen internationalem Literaturbetrieb und Übersetzungspolitik. Berlin: Walter Frey - edition tranvía(POINTE - Potsdamer inter- und transkulturelle Texte) (in Vorbereitung).

William Díaz: Spiegel, Pflanze und Gewebe. Bilder in der Kritik von Paul Valéry, TS. Eliot, Walter Benjamin und Roland Barthes. Berlin: LIT Verlag, 2013. [außer Kapitel I, II.1 und II.2]

Lehre

Seminar: Wie lesen wir Lateinamerika? (SoSe 2012, Universität Potsdam, Institut für Romanistik)

Kontakt:
katharina.einert@posteo.de