Pressemeldung vom 1.4.2026
Förderung gesichert: Universität zu Köln setzt Lateinamerikaforschung mit Bundesmitteln fort
Das Forschungskolleg Mecila untersucht sozialen Zusammenhalt und das Zusammenleben im Kontext wachsender Ungleichheiten und gesellschaftlicher Polarisierung in Lateinamerika
Das Maria Sibylla Merian Centre „Conviviality–Inequality in Latin America“ (Mecila) ist ein in São Paulo ansässiges Forschungskolleg mit Beteiligung der Universität zu Köln. Seit 2017 wird die Kooperation deutscher und lateinamerikanischer Partnerinstitutionen vom Bundeministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert. Für die Schlussphase erhält Mecila von April 2026 bis März 2029 insgesamt weitere 2,39 Millionen Euro. 700.000 Euro davon fließen in das Teilprojekt „[Hi]Stories of Conviviality“ an der Universität zu Köln.
Das Forschungskolleg untersucht aus interdisziplinärer und historischer Perspektive die sogenannte „Konvivalität“: den sozialen Zusammenhalt und das Zusammenleben im Kontext wachsender Ungleichheiten und gesellschaftlicher Polarisierung. In der neuen Förderphase stehen zwei Forschungsschwerpunkte im Vordergrund: die Folgen der Digitalisierung und die damit verbundenen Ungleichheiten für den sozialen Zusammenhalt sowie die Auswirkungen der Klimakrise für das Zusammenleben von Menschen untereinander sowie mit anderen Lebewesen.
Die Kölner Research Area „[Hi]Stories of Conviviality“ leitet die Forschung zur historischen Dimension von Konvivialität. Forschende analysieren dafür das Verhältnis zwischen sozialem Miteinander und Ungleichheit in unterschiedlichen geschichtlichen Kontexten. Die beteiligten Wissenschaftler*innen untersuchen, wie sich das Zusammenleben in (pluralen) Gesellschaften, die von Ungleichheit geprägt sind, kulturell, sozioökonomisch und rechtlich dargestellt und verändert hat. Das Kölner Teilprojekt übernimmt zudem eine zentrale Rolle im Aufbau und der Etablierung einer Forschungsdatenmanagement(infra)struktur.
Das Kolleg fördert internationale Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Institutionen verschiedener Weltregionen sowie zwischen Forschenden unterschiedlicher Disziplinen und Karrierestadien. Der Kölner Forschungsbereich fördert zudem Wissenschaftler*innen durch Post-Doc Fellowships. Die Mehrsprachigkeit des Kollegs – geforscht und gearbeitet wird auf Deutsch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch – ermöglicht die Integration verschiedener, für das Forschungsprogramm einschlägiger Wissenskreise.
„Mecila ist ein einzigartiges, internationales Konsortium, verankert im Globalen Süden mit hoher Kölner Beteiligung“, sagt Professorin Dr. Gesine Müller, Leiterin der Kölner Abteilung, über das Forschungskolleg, das aus drei deutschen und vier lateinamerikanischen Institutionen besteht. Dazu gehören die Freie Universität Berlin (koordinierende Institution), die Universität zu Köln und das Ibero-Amerikanische Institut (Stiftung Preußischer Kulturbesitz), in Deutschland; die Universidade de São Paulo und das Centro Brasileiro de Análise e Planejamento in Brasilien sowie das Colegio de México in Mexiko und das Instituto de Investigaciones en Humanidades y Ciencias Sociales (CONICET / Universidad Nacional de La Plata) in Argentinien.
Aufbauend auf den etablierten Kooperationsstrukturen wird Mecila nach dem Auslaufen der BMFTR-Förderung im Jahr 2029 verstetigt.
Tagung
Convivialities Otherwise
World Literatures from Latin America and the Global South
June 27 - 28, 2025 I 9.00 - 18.30
Neuer Senatssaal
ORGANIZATION AND CONCEPT
Gesine Müller (Cologne)
Ignacio Sánchez Prado (Washington University in St. Louis)
SPEAKERS
Alain Alvarez Vega (Cologne / Ciudad de México)
Magalí Armillas-Tiseyra (Pennsylvania State University)
Estefania Bournot (Innsbruck)
Gloria Chicote (UNLP, Conicet / Mecila)
Ottmar Ette (BBAW Berlin / HCTS Changsha)
Gustavo Guerrero (CY Cergy Paris Université)
Héctor Hoyos (Stanford University)
Rebecca Janzen (University of South Carolina)
Susanne Klengel (FU Berlin / Mecila)
Jan Knobloch (Cologne)
Anne Kraume (Constance)
Paulo Lemos Horta (New York University Abu Dhabi)
Jorge J. Locane (Oslo)
Benjamin Loy (Munich)
Anne Garland Mahler (University of Virginia)
Silvana Mandolessi (Leuven)
Christoph Müller (IAI Berlin / Mecila)
Gesine Müller (Cologne / Mecila)
Moacyr Novaes (Universidade de São Paulo / Mecila)
Sarah Quesada (Duke University)
Ignacio Sánchez Prado (Washington University in St. Louis)
Christina Soto van der Plas (Utrecht)
Santiago Vaquera-Vasquez (University of New Mexico)
Jobst Welge (Leipzig)
Bieke Willem (Cologne)
Jan-Henrik Witthaus (Kassel)
Universität zu Köln ist Mitglied des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts (CAPAZ)
Die Universität zu Köln wurde als neues Mitglied in das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut (Instituto Colombo-Alemán para la Paz – CAPAZ) aufgenommen. Dies haben die Partneruniversitäten des Instiuto CAPAZ einstimmig beschlossen. Sprecherin der Universität zu Köln im CAPAZ-Konsortium ist Prof. Gesine Müller, Professorin für Romanische Philologie an der Philosophischen Fakultät.
Im Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut CAPAZ vernetzen sich Wissenschaftler*innen sowie Universitäten aus Kolumbien und Deutschland in Bereichen der Friedensforschung, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungskultur, Konfliktprävention und der Gestaltung einer Post-Konflikt-Gesellschaft.
Tagung
Gastvortrag
Prof. Dr. Horst Nitschack (Santiago de Chile)
„Welt“ in der lateinamerikanischen Literatur der Gegenwart.
Paulo Lins „The city of good” (A Cidade de Deus) und Roberto Bolaño “2666”
Ort: Seminargebäude der Universität zu Köln, Raum S 01
Zeit: Mittwoch, 3. Juli 2024 um 10:00 Uhr
Tagung 29./30. Juni
World Exhaustion in Latin American Literatures and Cultures/El agotamiento del mundo en las literaturas y culturas de América Latina
Here you can find more information and program
Neues DFG-Forschungsprojekt
Post-global Aesthetics
zur Projektseite
In der vergangenen Dekade ist das optimistische Globalitätsparadigma, das auf kulturtheoretischer Seite seine Entsprechung in neuen universalistischen und kosmopolitischen Diskursen gefunden hatte, angesichts vieldimensionaler Krisenerfahrungen endgültig an ein Ende gekommen, ohne dass reale Vernetzungsphänomene dadurch obsolet geworden wären. In dieser Situation stellt sich nicht zuletzt die brennende Frage nach alternativen Konzepten von Globalität – auch und gerade in der Literatur. Die jüngsten Tendenzen lateinamerikanischer Literaturen können dabei als wegweisend für post-globale Ästhetiken weltweit gelten: Wie in keinem anderen Raum hat die Literatur hier gleichermaßen die Asymmetrien von Globalisierungsprozessen reflektiert und ist zugleich durch eine starke Anbindung an westliche Märkte und Erzählformen weltweit zirkuliert. Die Merkmale dieser neuen Ästhetiken herauszuarbeiten ist das Anliegen des Projektes. Untersucht wird ein breit angelegtes Korpus aus lateinamerikanischen Texten des 21. Jahrhunderts. Das Projekt umfasst zwei komplementäre Teilprojekte: Das erste Teilprojekt erarbeitet die literarische Formensprache post-globaler Ästhetiken mit besonderem Fokus auf weltliterarischen Exklusionsmechanismen. Das zweite Teilprojekt untersucht die materiellen Aspekte der Gegenwartsliteratur und weitet den Blick dabei über Lateinamerika hinaus auf Produktions-, Zirkulations- und Rezeptionsdynamiken im Globalen Süden: Wie wird Weltliteratur in post-globalen Zeiten gemacht?
Das Projekt wird von der DFG gefördert. Die geplante Laufzeit beträgt drei Jahre.
Tagung
29-30 June 2022 | 9h - 18h
Writing the Post-Global in Latin America
Collapse and Conviviality
See program
Participation is possible in presence as well as via Zoom.
If you are interested, please register until June 24:
Aktuelle Publikationen