Aktuelle Lehrveranstaltungen (SS 2026)
Vorlesung
Einführung in die romanische literaturwissenschaft
Mittwochs 12:00–13:30 Uhr (HS C/Hörsaalgebäude, teils in Präsenz, teils online abrufbar)
Diese Einführungsvorlesung begleitet alle Einführungsseminare (Grundlagenseminare A) in romanischer Literaturwissenschaft (Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch). Sie vermittelt allgemeine Grundlagen der Literaturwissenschaft, die in den auf das Vorlesungsprogramm abgestimmten Einführungsseminaren an Textbeispielen aus der jeweiligen Literatur praktisch erprobt und historisch vertieft werden. In erster Linie bietet sie einen systematischen Überblick über wichtige Begriffe und Methoden der Analyse lyrischer, dramatischer und narrativer Texte; daneben aber auch einen Ausblick auf neuere Theorien der Literatur, ihrer kulturellen Stellung und ihrer medialen Gestalt. Die Vorlesung bildet eine wichtige Ergänzung zu den Einführungsseminaren und sollte nach Möglichkeit im gleichen Semester besucht werden. Zur vorbereitenden oder begleitenden Lektüre empfehle ich Jonathan Culler: Literaturtheorie. Eine kurze Einführung, Stuttgart: Reclam 2002.
Vorlesung
Paradigmen der französischen Komödie
Mittwochs 10:00–11:30 Uhr (S 01/Seminargebäude, teils in Präsenz, teils online abrufbar)
Wie etwa Yasmina Rezas Welterfolg Le dieu du carnage belegt, hat sich die französische Komödie bis heute auf internationaler Bühne behauptet, im Theater wie im Kino. Die Vorlesung wird einen Überblick über wichtige historische Paradigmen der Dramengattung und des Filmgenres Komödie in Frankreich geben. Ausgehend von systematischen Überlegungen zu Komik und Spiel sollen die klassische Charakterkomödie, die Intrigenkomödie zwischen Barock und Empfindsamkeit, die Boulevardkomödie des 19. Jahrhunderts sowie einige moderne Entwicklungen und Grenzfälle der Gattung behandelt werden. Dabei werden Werke folgender Autoren zur Sprache kommen: Corneille, Molière, Marivaux, Beaumarchais, Labiche, Feydeau, Beckett, Tati, Rohmer und Reza. Als Studienleistung ist ein Kurzessay zu einem vorlesungsbezogenen Thema zu verfassen. Zur einführenden Lektüre empfehle ich Volker Klotz/Andreas Mahler/Wolfram Nitsch: Komödie. Etappen ihrer Geschichte von der Antike bis heute, Frankfurt a. M.: Fischer 2013.
Hauptseminar (auch für Komparatistik)
Cervantes: Don Quijote
Dienstags 10–11:30 Uhr (S 26/Seminargebäude)
Cervantes’ Don Quijote (1605/1615) lässt sich unter anderem auf zwei Arten lesen: im Lichte seiner Rezeptionsgeschichte als wegweisendes Panorama narrativer Möglichkeiten, auf das der moderne Roman bis heute zurückgreift; im Zusammenhang seiner Epoche als frühneuzeitliches Schwellenwerk, das verschiedene zeitgenössische Gattungstraditionen, Kulturen und Weltbilder in einen vielstimmigen Dialog eintreten lässt. An Hand ausgewählter Kapitel aus beiden Teilen des Quijote wird das Seminar daher sowohl eine systematische Einführung in zentrale Kunstgriffe der erzählerischen Fiktion und des komischen Romans als auch einen historischen Überblick über wichtige Diskussionsfelder des Siglo de Oro geben (Traum und Wahn, Theater und Spiel, Stimme und Schrift, Natur und Technik). Besondere Beachtung soll dabei Cervantes’ Reflexion über die Beziehung zwischen Zeichen und Wirklichkeit sowie seine Position im Spannungsfeld von humanistischer Gelehrtenkultur und populärer Gegenkultur finden. Auch wenn der Text des Quijote in der Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes frei zugänglich ist, empfehle ich zur Anschaffung die preiswerte Leseausgabe des Quijote von Florencio Sevilla (Madrid: Alianza 42025) bzw. die Neuübersetzung von Susanne Lange (München: dtv 2016); eine gute Einführung bietet Francisco Rico: «Las dos interpretaciones del Quijote», in: Breve biblioteca de autores españoles, Barcelona: Seix Barral 1990 (Biblioteca Breve), S. 139–161. Von allen Teilnehmer:innen wird neben einem Referat oder einer Hausarbeit zusätzlich die Abfassung eines Protokolls oder eines Kurzessays erbeten.
Hauptseminar
La mobilité dans la littérature française contemporaine
Donnerstags 10–11:30 Uhr (S 12/Seminargebäude)
La mobilité est un sujet clé de la littérature française contemporaine. Bien quʼelle y soit en général traitée avec moins dʼemphase que dans la littérature moderne, en particulier dans les avant-gardes, elle est mise en relief dans beaucoup de textes du XXIe siècle, le plus souvent narratifs. Entre eux, ce sont les fictions véhiculaires qui méritent une attention particulière. Elles présentent des protagonistes qui se déplacent sans cesse, soit à cheval, soit en voiture, soit dans le train, et sont sensiblement transformé.e.s par les moyens de transport de leur choix. Nous analyserons trois exemples de ce type de récit: Tangente vers lʼest (2012) de Maylis de Kerangal, Continuer (2016) de Laurent Mauvignier et Par les routes (2019) de Sylvain Prudhomme. Ce dernier viendra à Cologne vers la fin du semestre, dans le cadre dʼun colloque international consacré au sujet de notre séminaire. Tout.e.s les participant.e.s du séminaire seront censé.e.s assister à une partie de ce colloque en langue française, outre de faire un exposé ou de rédiger un travail écrit et dʼécrire le compte rendu dʼune séance.