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Hinweise zum Anfertigen einer sprachwissenschaftlichen Hausarbeit

1. Allgemeines
  • Themenwahl: Im Normalfall wird die Hausarbeit zu dem Thema angefertigt, zu dem auch ein mündliches Referat gehalten wurde. Eine abweichende Themenwahl sollte vorher mit dem bzw. der DozentIn besprochen werden (Sprechstunde).
  • Literatur: Zu jedem Seminar wird i.d.R. eine Auswahlbibliographie zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus ist eine eigene Literaturrecherche sehr erwünscht.
  • Vgl. die ausführlichen Hinweise zur Literaturrecherche in Gerstenberg, Annette (2009): Arbeitstechniken für Romanisten. Eine Anleitung für den Bereich Linguistik. Tübingen: Niemeyer.
  • Sämtliche Literaturquellen müssen im Literaturverzeichnis aufgeführt werden (auch Internetquellen).
  • Umfang: Er variiert in Abhängigkeit davon, ob es sich um eine Ausarbeitung oder Hausarbeit handelt; Ausarbeitung ca. 10 Seiten / Hausarbeit ca. 15 Seiten (inklusive Inhaltsverzeichnis, exklusive Titelblatt, Bibliographie, Eigenständigkeitserklärung und Anhang); genauere Hinweise erteilt der jeweilige Dozent bzw. die jeweilige Dozentin.
2. Zentrale Aspekte und Ziel einer Hausarbeit
  • Schriftliche Leistung, die die Erkenntnisse aus dem eigenen Referat, der Seminardiskussion und insbesondere der Bearbeitung der einschlägigen Literatur vertieft.
  • Die Textsorte Hausarbeit orientiert sich an wissenschaftlichen Aufsätzen.
  • Im Zentrum der Hausarbeit steht eine klare, konkrete Fragestellung.
  • Grundsätzlich gilt: Qualität vor Quantität!
  • Eigene empirische Analysen (Korpusuntersuchung, Auswertung von Sprachdaten, Experimenten o.Ä.) sind sehr zu begrüßen, aber kein notwendiger Bestandteil einer Ausarbeitung/Hausarbeit.
  • Eigenleistung: Sie kann je nach Arbeit sehr unterschiedlich sein (Vorstellung und/oder Diskussion neuer Sprachdaten; Theorievergleich usw.); i.d.R. besteht die Eigenleistung v.a. in der Diskussion und Kommentierung von Analysen und Hypothesen, die in der Literatur vertreten werden.
3. Zur Form

Titelblatt

Das Titelblatt sollte die folgenden Angaben enthalten:

  • Universität zu Köln, Romanisches Seminar
  • Sommer-/Wintersemester + Jahr
  • Veranstaltungstyp und -titel
  • Name der Dozentin/des Dozenten
  • Titel der Arbeit 
  • Name der Verfasserin/des Verfassers; Adresse, Telefonnummer, E-Mail
  • Abgabedatum
  • Studienfächer, Semesterzahl

Gliederung/Inhaltsverzeichnis

  • Eine gute Gliederung ermöglicht eine schnelle Orientierung im Text. Sie macht im Idealfall bereits den Argumentationsverlauf der Arbeit sichtbar.
  • Grundsätzlich gilt: je strukturierter, desto besser; dies darf allerdings nicht zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen (zu viele Unterpunkte sind zu vermeiden).
  • Das Inhaltsverzeichnis enthält Seitenzahlen.
  • Am Ende der Arbeit befindet sich eine Eigenständigkeitserklärung.

Aufbau der Arbeit

Das Thema (und entsprechend auch die Literaturliste) sollte wie eine Pyramide aufgebaut werden:

  • Für die unterste Ebene haben Sie Literatur zum entsprechenden Teilbereich der Linguistik (damit Sie ein Gefühl für die Genauigkeit oder “Zoomstärke” bekommen). Beispiele: Je nach Thema könnten es so etwas wie Modelle des Sprachwandels, grammatische Constraints, Sprachkontakt, quantitative Registerforschung sein.
  • Für den mittleren Bereich können spezielle Fachartikel gewählt werden, die das untersuchtePhänomen diskutieren und sich dem konkreten Thema der Arbeit annähern. Es ist auf dieser mittleren Ebene nicht wichtig, ob es sich dezidiert um Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch dreht, da viele theoretisch wichtige Fragen sprachübergreifend sind.
  • Die Spitze der Pyramide sollte allerdings aus Studien bestehen, die das spezielle, Sie interessierende Phänomen dezidiert in Ihrer Prüfungssprache behandeln.

Seitenränder, Zeilenabstand usw.

  • Seitenränder: links und rechts jeweils mind. 2,5 cm.
  • Zeilenabstand: 1,5 Zeilen.
  • Schriftgröße: 12 pt (Bei Überschriften kann die Schrift entsprechend größer sein; bei Fußnoten und längeren Zitaten ist sie kleiner, s.u.).
  • Schriftformat: Beispiele bzw. metasprachlich gebrauchte Ausdrücke im Haupttext werden kursiv gesetzt (Bsp. „venir ist ein unregelmäßiges Verb“).

Zitate und Literaturverweise

  • Kürzere Zitate im Text „zwischen doppelten Anführungszeichen“ (doppelte Anführungszeichen im Zitat werden zu ‘einfachen Anführungszeichen’).
  • Zitate, die länger als drei Zeilen sind, ohne Anführungszeichen und als Block links und rechts eingerückt, 10 pt, Zeilenabstand 1.
  • [Hinzufügungen] und Auslassungen [...] in Zitaten sind durch eckige Klammern anzuzeigen.
  • Für Zitate und Literaturnachweise wird das Autor-Jahr-Seite-System (sog. Harvard-Zitiersystem) empfohlen, d.h. Name des Autors und Jahreszahl der Publikation mit Seitenzahl. Dies kann in Klammern (vgl. (1) und (2)) oder direkt im Text erfolgen, wobei die Jahres- und Seitenzahl in Klammern erscheinen (vgl. (3)):
  1. „Sowohl Lautbild als auch Vorstellung scheinen etwas Psychisches, d.h. die Abbilder vom Laut und den Sachen im Kopf des Menschen zu sein“ (Heeschen 1972: 27).
  2. In der Regel wird die Differentielle Objektmarkierung mit Hilfe der Belebtheits- und Definitheitsskala beschrieben (vgl. z.B. Aissen 2003 und Bossong 1985, 1998).
  3. Diese Auffassung wird insbesondere von Dowty (1991: 576) vertreten.
  • Grundsätzlich sollte man wörtliche Zitate vermeiden und Zusammenhänge in eigenen Worten wiedergeben. In einigen Fällen sind wörtliche Zitate jedoch angemessen: v.a. bei zentralen, besonders aussagekräftigen Passagen oder auch bei Definitionen.
  • Wörtliche Übersetzungen (aus dem Eng./Frz./Span. etc.) sind Zitate und dementsprechend zu kennzeichnen.

Fußnoten

  • Durch das abgekürzte Zitiersystem werden Literaturangaben in Fußnoten überflüssig. Fußnoten sind vielmehr für weiterführende Kommentare oder Hinweise gedacht, die den Lesefluss des Haupttextes behindern (Bsp. „Eine diachrone Analyse dieser Fragestellung findet sich in ...“).
  • Eine Hausarbeit kann, muss aber nicht Fußnoten enthalten. (Aktuelle) sprachwissenschaftliche Aufsätze gehen mit Fußnoten äußerst sparsam um.

Beispiele und Sprachdaten

  • Beispiele werden durchnummeriert und vom Fließtext durch einen Absatz getrennt (s.o.).
  • Bei Beispielen, die nicht aus den rom. Sprachen, dem Deutschen oder Englischen stammen, ist eine wörtliche sowie eine sinngemäße Übersetzung anzugeben (vgl. hierzu: Comrie, Bernard et al. (2008): The Leipzig Glossing Rules: Conventions for interlinear morpheme-by-morpheme glosses. Leipzig.).
  • Fremde Beispiele werden durch einen entsprechenden Verweis (Korpus, Literatur usw.) kenntlich gemacht.

Literaturverzeichnis

  • Es gibt keine verbindlichen Richtlinien außer einer: Die Einträge in einem Literaturverzeichnis müssen alphabetisch sortiert und einheitlich nach wiss. Textsorten (Zeitschriftenaufsatz, Aufsatz in einem Sammelband, Monographie, Sammelband etc.) formatiert werden.
  • Hilfreich ist die Benutzung von Literaturverwaltungsprogrammen (z.B. Citavi oder Endote).
  • Beispiele für die Formatierung von:
    Monographie: Blank, Andreas (1997): Prinzipien des lexikalischen Bedeutungswandels am Beispiel der romanischen Sprachen. Tübingen: Niemeyer.
    Sammelband: Blutner, Reinhard & Zeevat, Henk (eds.) (2004): Optimality Theory and Pragmatics. Basingstoke: Palgrave and McMillan.
    Zeitschriftenaufsatz: Dowty, David (1991): Thematic proto-roles and argument selection. Language 67, 547–619.
    Aufsatz aus einem Sammelband: Leonetti, Manuel & Escandell Vidal, María Victoria (2009): Fronting and verum focus in Spanish. In: Dufter, Andreas & Jacob, Daniel (eds.): Focus and background in Romance languages, 155–204. Amsterdam: John Benjamins.

Eigenständigkeitserklärung

Die Arbeit endet mit einer unterschriebenen Eigenständigkeitserklärung, die in etwa den folgenden Wortlaut enthält: „Ich versichere hiermit, dass ich die vorliegende Seminararbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe. Die Stellen, die anderen Werken dem Wortlaut oder dem Sinn nach entnommen wurden, habe ich in jedem einzelnen Fall durch die Angabe der Quelle, auch der benutzten Sekundärliteratur, als Entlehnung kenntlich gemacht.“ Plagiate werden geahndet.

4. Abgabe und Bewertung von Hausarbeiten

  • Die Abgabe der Ausarbeitung/Hausarbeit erfolgt je nach DozentIn entweder elektronisch (vorzugsweise als pdf-Datei per E-mail) oder in gedruckter Fassung im Geschäftszimmer des Romanischen Seminars (Raum 1.317, 1. Obergeschoss, Philosophikum).
  • Kriterien für die Bewertung von Hausarbeiten (eine nicht-verbindliche Übersicht):

    • Struktur (Aufbau, Kohärenz, Argumentationsführung)
    • Theorie (Darstellung von Zusammenhängen Theorievergleich, Abstraktionsniveau u.Ä.)
    • Empirie (Menge, Wahl, Einbindung und Auswertung der benutzen Sprachdaten)
    • Sprache (Präzision, Klarheit, Kohärenz u.Ä.)
    • Originalität (Diskussionspunkte, eigene Kritik, eigene Ansätze, Thesen usw.)
    • Form (Darstellung von Verweisen, Zitaten usw.)